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02.06.2018, 21:48 Uhr | mit freundlicher Genehmigung nwz online/Eilert Freese
Heimat, Gesundheit und Wahlen
Ein Besuch von Minister Björn Thümler und die Neuwahlen des Vorstandes standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Ammerländer Senioren-Union
Bei der Versammlung der Senioren-Union: (von links) Peter Schell, Heinz Steguweit, Björn Thümler, Heidi Exner, Harald Wöhrmann und Uwe Niemeier. Bild: Eilert Freese

Ohrwege 1085 Mitglieder hat die Senioren-Union im Ammerland. Ein Teil davon traf sich im Ohrweger Krug zur Jahreshauptversammlung. Alle zwei Jahre stehen dabei Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Überraschung gab es dabei allerdings nicht.

Als 1. Vorsitzende wurde Heidi Exner bestätigt, als 2. Vorsitzende Heinz Steguweit und Peter Schnell. Schriftführer ist nun Harald Wöhrmann, er war vorher Beisitzer. Schatzmeister Uwe Niemeier und Kassenprüferin Barbara Drescher wurden wie die anderen Vorstandsmitglieder einstimmig gewählt.

Gertrud van Mark, vorher Schriftführerin, ist nun Beisitzerin.

Als Gastredner war der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur eingeladen. „Das Ammerland ist eine Gesundheitsregion“, so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler. Er warb sehr für den Ausbau der Telemedizin. Besonders auf dem Lande, um eine bessere Versorgung zu gewährleisten. „Der Mensch hat ein Anrecht auf vernünftige Gesundheitsstrukturen“, meinte Thümler.

In diesem Jahr würde man die bisherige Arbeit der European Medical School (EMS) evaluieren. Dabei würde man sicher auch die Studienplatzzahl dieses deutsch-niederländischen Kooperationsprojektes der Universitäten Oldenburg und Groningen erhöhen können und die Versorgungsforschung ausbauen.

Ein wichtiges Forschungsprojekt sei die Problematik der multiresistenten Keime in den Krankenhäusern. Auch erwäge man, die Ammerland-Klinik in den Verbund der EMS aufzunehmen. Die Hörforschung sei bereits ein großes Thema in Oldenburg und müsse weiter ausgebaut werden. Besonders wichtig sei aber die Situation des Pflegepersonals zu verbessern. Seine Forderung nach besserer Ausbildung, Schulgeldfreiheit und mehr Gehalt, wurde mit starkem Applaus bedient.

In die Wissenschaft und hier besonders in die Digitalisierung will er 115 Millionen Euro investieren. Er möchte die kleineren Städte und Regionen mehr fördern und bis 2030/40 ein „Kulturbild“ entwickeln. Alle Denkmalgeschützten Einrichtungen sollen bis 2024 digital erfasst und mit einer neuen Plakette versehen werden. Hierfür stehen 6,5 Millionen Euro zur Verfügung. „Denkmalschutz behindert nicht, sondern fördert“, so der Kultusminister.

Er möchte die Kultur stärker mit Inhalten füllen und den Heimatbegriff wirksamer etablieren. „Jeder hat seine Idee, was Heimat bedeutet. Heimat ist nicht rechts oder links, sie muss aus der Mitte der Gesellschaft kommen“, so Thümler. Auch ging er auf das Flüchtlingsproblem ein und kritisierte den Bundesinnenminister Horst Seehofer. „Der kann sich nicht einfach über die Kanzlerin stellen, das geht gar nicht“, sagte er deutlich.

Ein Grußwort hatte der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani geschickt. Dabei ging es vor allem um das Thema Pflege. „Gesundheit und Pflege gehen den ganzen Menschen an“, so Albani. Der Lebensmittelpunkt müsse im Alter möglichst erhalten bleiben, warb er für die häusliche Pflege von alten Menschen.